Warum Yoga?

Yoga erfreut sich weltweit immer größerer Beliebtheit und wird vielseitig interpretiert und unterrichtet. Aber warum solltest ausgerechnet du nun Yoga praktizieren?

Ich habe hier einen kleinen Überblick darüber zusammegestellt, was Yoga u.a. bei mir selbst zum Positiven verändert hat bevor ich überhaupt wusste, worum es im Yoga geht. Vielleicht steigert der ein oder andere Punkt ja auch dein Interesse.

Beweglichkeitsförderung:

Nach über 10 Jahren Bürojob fühlte ich mich bereits steif, unbeweglich und dadurch auch alt, denn Beweglichkeit assoziierte ich immer mit Kindertagen. Doch bereits nachdem ich wenige Monate regelmäßig Yoga praktizierte, bemerkte ich schon deutliche Unterschiede und die Tendenz steigt weiter.

Warum das so ist? Yoga auf der Matte beinhaltet sowohl Aufwärmübungen für den gesamten Körper als auch geduldiges Dehnen gezielter Regionen im Anschluss, womit durch z.B. langes Sitzen verkürzte Sehnen und Faszien sanft wieder verlängern. ACHTUNG: Ehrgeiz ist hier der größte Verletzungsfaktor.

Kräftigung und Dehnung der gesamten Muskulatur und des Bindegewebes:

Meine gesamte Körperspannung hat sich verändert, wodurch langjährige Rückenprobleme (in Form von Verspannungen) immer weiter gemildert werden. Dazu kommen optische Veränderungen meiner Figur bis hin zu (Mädels aufgepasst!) Reduzierung von Cellulite durch Straffung des Bindegewebes.

Das Stichwort Faszien ist in diesem Zusammenhang seit ein paar Jahren in aller Munde und das zurecht. Hierbei handelt es sich um das Gewebe, das unsere Muskeln umgibt und sich mit ihnen verändert. Regelmäßiges (nicht ezessives!) trinken von Wasser oder ungesüßtem Kräutertee vor und nach dem Yogakurs kann diesen Effekt noch verstärken.

Entgiftung/Reinigung auf körperlicher und mentaler Ebene:

Ein Beispiel, das mir sehr am Herzen liegt: Ich habe nach vielen, vielen Jahren endlich aus eigener Kraft dauerhaft aufgehört zu rauchen. Ohne Kur, ohne Therapie, ohne Kaugummis oder E-Zigaretten. Nur mit meinem gestärkten Willen, gut mit mir selbst umzugehen. Einige Zeit später mochte ich weniger Fleisch essen (mittlerweile lebe ich streng vegetarisch), da ich spürte, dass es meiner Gesundheit nicht gut tut und mich sogar schwächt.

Bewusster Umgang mit unserem Körper führt unweigerlich zu verbesserter Wahrnehmung was gesund für uns ist und was weniger. Wer genau auf sich hört hat es leichter auf Angewohnheiten zu verzichten, von denen sonst immer nur andere sagen es sei nicht das Richtige für uns. Wichtig ist hier den Verzicht nicht zu substituieren, wie z.B. rauchen mit exzessivem Essen bei gleichbleibender Bewegung zu ersetzen.

Stärkung des Immunsystems durch Anregung des Drüsensystems:

Ich lag vor meiner regelmäßigen Yogapraxis 2-3mal im Jahr für eine Woche mit Grippe im Bett. Diese Zeiten sind Geschichte, ebenso wie viele weitere Wehwehchen.

Der Grund: Yogapraxis auf der Matte bringt uns in Wallung. Und das mehr als beim Ausdauersport oder Gewichteheben. Denn die Reihenfolge der Bewegungen und Haltungen basiert auf jahrtausendealter Erfahrung aus Indien und erzielt sozusagen eine Ganzkörpermassage bis zu den Organen in jeder einzelnen Yogastunde. Das hilft die Drüsentätigkeit und Flüssigkeitszirkulation anzuregen und unterstützt damit unser Immunsystem. Besonders wichtig ist hierfür in der Endentspannung wirklich ruhig zu liegen, damit sich der Körper in diesen paar Minuten entspannen und regenrieren kann.

Ausgeglichenheit und erhöhte Konzentrationsfähigkeit:

Ich schreibe mir immer noch Einkaufszettel und To-Do-Listen, freue mich aber immer häufiger, dass ich sie gar nicht brauche.

Yoga entspannt den Geist nicht nur, sondern fordert ihn auch. Aber anders, als in unserem westlichen Alltag. Stille Meditation im Sitzen ist das eigentliche Ziel der traditionellen Yogapraxis und wer mal ein paar Minuten versucht ausschließlich den eigenen Atem zu beobachten versteht, was ich meine. Auf dem Weg dahin werden aber auch einfachere Konzentrationsübungen integriert, die uns im täglichen Leben helfen.

Stressreduktion / Entschleunigung durch bewusste Wahrnehmung:

Tatsächlich konnte ich schon nach kurzer Zeit einige yogische Ansätze, wie zum Beispiel Meditationstechniken, in meinen Alltag integrieren und extreme Stresssituationen so deutlich sicherer und ruhiger bewältigen.

Das Prinzip ist sehr einfach: Bist du entspannt und zufrieden, bringt dich nichts aus der Ruhe. Dorthin kann es ein langer Weg sein, denn uns ist nicht immer klar, dass der Kern von Stress in uns verankert ist, nicht in unserer Umgebung. Klingt utopisch in unserer Gesellschaft? Lass dich darauf ein und sprich bei Schwierigkeiten deinen Yogalehrer (mich) gerne an.

Freude an Bewegung:

Sport war mein Feind bevor ich Yoga für mich entdeckt habe. Diese eleganten, koordinierten Bewegungen machten mir sofort Spaß ohne mich zu überanstrengen. Das führte über die Jahre bis heute zu einem regelmäßigen, gesunden Bewegungsdrang.

Unser Körper hat ein eigenes Gedächtnis. Deswegen führen wir manche Bewegungsabläufe unbewusst aus und müssen manche davon zeigen, wenn wir danach gefragt werden, denn nur verbal können wir uns kaum erinnern. Das mach die Regelmäßigkeit der Yogapraxis umso wichtiger und schnell wird man merken, dass der Körper das von ganz allein möchte, denn er hat sich gemerkt, wie gut er sich damit fühlt.

Zu all diesen Vorteilen gehört Geduld. Nichts davon passiert an einem Tag, manche Dinge brauchen Jahre, damit man Fortschritte erzielt. Was hilft am Ball zu bleiben ist Dokumentation, das kann eine kurze Sprachnachricht, ein Foto oder das gute alte handschriftliche Tagebuch sein.
Individuell abgestimmte, gezielte Yogapraxis führt immer einen Schritt weiter zum Selbst und somit zu physischer und psychischer Gesundheit.